Reisebericht - Neuendorf auf Usedom

Reisebericht - Neuendorf auf Usedom

Neuendorf liegt in der Nähe von Zinnowitz auf der Halbinsel Gnitz. Diese Landzunge zwischen Krumminer Wiek und Achterwasser gehört zu den eher beschaulichen Urlaubsregionen der Ostseeinsel und ist ein Paradies für Seevögel und Naturliebhaber. Dass dem so bleibt, und die Urlauber auf Usedom weiterhin die reine Seeluft genießen können statt Schwefelschwaden, ist dem engagierten Widerstand der Insulaner zu verdanken. Diese vereitelten mit ihrem Protest die Pläne einer französischen Gasgesellschaft, das riesige Erdgaslager unter dem Schloonsee bei Bansin auszubeuten.

Auch bei Erdöl wurde man in 2400 Metern Tiefe fündig. Schon seit den 1960er Jahren wird das „schwarze Gold“ hier systematisch gefördert. Derzeit kann man noch sieben Förderköpfe rund um Neuendorf bestaunen. Der Anblick dieser nickenden Pumpen inmitten von Wiesen und Feldern mag seltsam anmuten. Wer den Kontrast zur Technik sucht, dem sei ein Ausflug zur vorgelagerten Insel Görmitz empfohlen, einem Refugium für Graureiher und Fischadler. Das Vogelschutzgebiet ist für Autos gesperrt, doch Wanderer und Radfahrer dürfen den aufgeschütteten Damm passieren.

Auch ein Spaziergang ans westliche Ende von Neuendorf hat seinen Reiz. Die Aussicht von der Steilküste aus über die Krumminer Wiek ist atemberaubend. Übrigens zählt das gleichnamige Segelrevier zu den Schönsten an der Ostseeküste. Wassersportler kommen natürlich auch am Achterwasser auf ihre Kosten. Und wer den Meeresboden erkunden möchte, ohne sich nasse Füße zu holen, kann sich diesen Traum in Zinnowitz erfüllen. Von Neuendorf aus kann man zu Fuß ins knapp fünf Kilometer entfernte Seebad gelangen. Dort lädt eine druckfeste Stahlgondel direkt an der Strandpromenadezu diesem Tauchgang der besonderen Art ein.